Senior Sensor – Selbstbestimmung über Netzwerk

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Senior Sensor, Modell Typ 3

Auch in diesem Blog habe ich mehrfach über den von Senioren-Lernen-Online (SLO) als Prototypen entwickelten Senior Sensor berichtet. Ziel ist es, Älteren ein selbstbestimmtes Leben in vertrautem Umfeld zu ermöglichen und dieses über ein soziales Netzwerk abzusichern. Dabei kann ein kostengünstig aus Standardbauteilen erstellter Sensor helfen. Im folgenden Beitrag beschreibe ich die von mir erprobte und favorisierte Lösung.

Prinzip

Ein soziales Netzwerk für den angesprochenen Zweck besteht (1) aus Senioren, bei denen der Senior Sensor aufgestellt wird, (2) aus Betreuung durch Familie, Freunde usw., die über die App Blynk auf ihrem Smartphone die Sensordaten einsehen können, und (3) aus mindestens einem Bastler, der den Senior Sensor montieren und vor Ort einrichten kann.

Ich habe mit 3 Versionen für den Sensor experimentiert. So kann man beim Typ 1, den Temperatursensor, z.B. mit einem Klebestreifen an einer Kaffeemaschine oder einen Toaster befestigen und so einen typischen Temperaturverlauf beobachten. Den Typ 2, einen Bewegungssensor, sollte man an zentraler Stelle aufstellen, um die regelmäßigen Aktivitäten bzw. deren Fehlen zu beobachten. Der Typ 3 wäre dann ein Kombinations-Sensor für Temperatur und Bewegung.

Die Sensoren werden über das WLAN mit einem zentralen Server von Blynk verbunden, auf den der Temperatur- bzw. Bewegungsverlauf übertragen wird. Über die App Blynk können diese Daten dann eingesehen und für Reaktionen genutzt werden.

Bauteile

Der Bausatz besteht aus (1) dem Mikrocontroller NodeMCU und (2) dem Temperatursensor DS18B20 mit etwa 1m langem Kabel und/oder dem Bewegungsensor HC-SR501. Dazu sind dann (3) noch ein passendes Gehäuse, z.B. eine Aufputzdose wie im Bild oben, und (4) einige Steckkabel erforderlich. Die Kosten betragen je nach dem Beschaffungsweg zwischen 20 und 30€.

Montage

Die Montage von Gehäuse und Bauteilen erfordert etwas handwerkliches Geschick. So kann man relativ einfach einen reinen Temperatursensor (Typ 1) erstellten, denn für die Kabel des DS18BS 20 und den NodeMCU sind einfach runden Löcher zu bohren.

Für den Bewegungssensor (Typ 2) hat sich ein rundes Loch bei mir nicht bewährt, denn dann muss der Sensor eingeklebt werden. Feilt man aber vorgebohrte Löcher viereckig für den Sensor passend, kann man diesen sehr gut im Gehäuse festklemmen. Ein so vorbereitetes Gehäuse läßt sich dann auch für einen kombinierten Temperatur-/Bewegungssensor (Typ 3) nutzen.

Die Verkabelung der Bauteile hängt von der genutzten Software ab. Ich habe den Temperatusensor mit den Anschlussfarben schwarz, rot und gelb beim NodeMCU an die Kontakte GND (schwarz), 5V (rot) und D4 (gelb) angeschlossen. Den Bewegungssensor, mit den Kontakten GND, OUT und VSS, habe ich dann beim NodeMCU auf die Kontakte GND, 5V und A0 (für OUT) gelegt.

Arduino IDE, Blynk

Nach der Montage und der Verkabelung der Bausteile muss über die USB-Schnittstelle des NodeMCU eine passende Software aufgespielt werden. Dazu wird auf einem PC bzw. Mac die Software Arduino IDE installiert. Dort gibt es Bibliotheken mit Programmen (Sketche) für diverse Hardware (hier NodeMCU) und auch Plattformen (hier Blynk).

In dem eBook Senioren nutzen Mikrocontroller von Uta Krope und mir findet man auch einen Sketch für Blynk den HC-SR501 und den DS18B20, den man an die WLAN-Umgebung (WLAN-Name und Passwort) des Seniors und das Blynk-Projekt bei Blynk (Auth Token) anpassen muss. Über die App Blynk wird nämlich für jeden Senior ein Projekt erstellt, das durch einen Code zur Autorisierung (AuthToken) gekennzeichnet ist.

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Blynk: Anzeige Senior Sensor Typ 3

Die Anzeige in der App Blynk kann man individuell über Widgets konfigurieren. In obigem Beispiel habe ich die Widgets Gauge (oben) und SuperChart (darunter) für die Temperaturdaten eingestellt. Diese werden durch den Sketch auf den virtuellen Pin V5 gesendet, d.h. die Widgets müssen darauf eingestellt werden.

Die Bewegungsdaten werden über den virtuellen Pin V4 gesendet und über ein weiteres Widget SuperChart angezeigt. In dem Beispiel habe ich die True/False-Anzeige gewählt, damit jede Bewegung als senkrechter Balken angezeigt wird. Hier ist besonders die Möglichkeit zum Ändern der horizontalen Anzeige interessant. So zeigt der Wechsel von 1 Tag (1d) auf 1 Stunde (1h) ggf. mehr Details.

2 Gedanken zu „Senior Sensor – Selbstbestimmung über Netzwerk

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